„Martha. Das Kochbuch“ von Martha Stewart (DK Verlag)

Heute gibt es Lesefutter von einer amerikanischen Ikone. Ich weiß nicht, wie bekannt sie in Europa bzw. Deutschland ist, aber ich schätze, in Amerika hat fast jeder mal von ihr gehört. Seit vielen Jahrzehnten ist sie als Fernsehmoderatorin, Fernsehköchin, Autorin und Unternehmerin erfolgreich und baute sich ein eigenes Print-Imperium auf. Sie ist Fachfrau im Bereich Kochen, Hauswirtschaft, Gartenarbeit, Etikette sowie Basteln und Handwerkliches und wird oft als „Amerikas beste Hausfrau“ bezeichnet. Dieses Werk ist ihr 100. (!!) Buch.

Ich kenne Martha aus Romanen, die in Amerika spielen, und in denen manchmal Bezug genommen wurde auf ihre Arbeit. Als ich dieses Buch im DK-Programm sah, war ich sofort neugierig und wollte mehr über diese Frau erfahren.

Martha steht nicht nur für „perfekte Gastlichkeit“, sondern auch für eine starke amerikanische Selfmade-Frau. Während des Studiums finanzierte sie sich als Model, trat dann bis zu ersten Hochzeit im Fernsehen auf und arbeitete später als Aktienbrokerin.

Nach der Rezession 1973 schrieb sie Artikel und Kolumnen für die Zeitung. Durch zahlreiche Auftritte in der Today Show (über Haus- und Freizeit-Themen) wurde sie bekannt und hatte irgendwann ihre eigene Gartensendung und ihre eigene Medienfirma.

Inhalt

In diesem Buch hat sie 100 Rezepte aus den letzten Jahrzehnten gesammelt, unter denen sich auch persönliche Familienrezepte befinden. Dazu gibt sie private Einblicke in ihr Leben und ihre Karriere, zeigt alte Fotos und erzählt zu jedem Gericht, was es für eine Bedeutung hat oder woher sie es kennt.

Das Buch gliedert sich in 7 Rezept-Kapitel, eingerahmt von Einleitung sowie „Mein Vorrat“, Dank und Register.

Da ist alles dabei, vom Frühstück über Cocktails und Appetizer für Abende mit Gästen, bis hin zu Desserts und natürlich Kuchen. Die Vielfalt ist groß und alles sieht unfassbar lecker aus!

Kostprobe?

Ich könnte mich einmal durchs Buch schlemmen (von den Muscheln abgesehen), aber starten würde ich mit einer knusprigen „Waffel mit kandiertem Bacon“. Die „Pasta Limone“ klingt einfach, aber himmlisch, und das „Knusper-Brathähnchen“ mit grünem Spargel lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Die „Kartoffel-Piroggen“ sehen ebenfalls klasse aus, genauso wie der „Honig-Senf-Lachs“.

Als süßen Abschluss würde ich ein Stück von „Ciprianis klassischer Baisertorte“ kosten (urpsürnglich aus Ciprianis „Harry´s Bar“ in Venedig), oder „Mürbegebäck mit Erdbeeren und Sahne“ (eine Art Scones). Oder „Pflaumen-Cobbler“, „Heidelbeer-Crisp“ oder „Apfel-Streusel-Pie“… da kann ich mich gar nicht entscheiden.

Mir gefällt das Buch sehr gut. Es gibt einen schönen Einblick in Marthas Leben und Karrieren, die Gerichte sind wunderschön fotografiert und oft alltagstauglich, da nicht zu aufwendig.

Einziger Minuspunkt für mich persönlich: die unfassbare Zuckermenge bei den Backwaren. Das finde ich bei vielen Backbüchern arg übertrieben, aber bei amerikanischen oder auch englischen fällt es mir umso mehr auf. Wenn da doppelt so viel Zucker wie Mehl enthalten ist, steige ich aus. Aber da würde ich dann – wie eh fast immer – die Menge individuell anpassen. Denn ausprobieren möchte ich aus diesem Buch wirklich viele Rezepte!

Ganz viel Freude beim Schmökern und Nachkochen wünscht euch eure

Judith

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