Heute reisen wir nach Sardinien. Die italienische Insel westlich des Stiefels hat kulinarisch eine ganze Menge zu bieten. Spanische und arabische Einflüsse machen sich bemerkbar, aber auch der Erfindungsreichtum der Sarden. Früher war die Insel, wie der Großteil des italienischen Südens, im Vergleich zu den Städten am Festland deutlich ärmer, weshalb die Leute mit lokalen Zutaten kreativ wurden.
Autor Francesco Mattana ist auf der Insel aufgewachsen und hat über viele Jahre die Küche seiner Heimat immer mehr schätzen gelernt. Sardische Küche zeichnet sich vor allem durch Saisonalität, Lokalität und somit Frische und Qualität der Zutaten aus. Aber auch dadurch, dass Kochen keine lästige Pflicht, sondern Geselligkeit, Lebensfreude und Genuss bedeutet.

Sardinien gehört zu den Blauen Zonen, Bereichen auf der Erde, wo es überdurchschnittlich viele 100-Jährige gibt. Die Sarden werden also alt, und das hat sicher mit ihrer Ernährung zu tun.
Francescos Buch ist nicht nur eine Sammlung leckerer sardischer Gerichte, sondern eine Liebeserklärung an die Küche seiner Heimat, an gemeinsames Kochen und Genießen, und an die typischen Zutaten, Aromen oder auch Pastaformen Sardiniens.

INHALT
Nach der Einleitung gibt es 7 Kapitel mit Rezepten. Die Reihenfolge entspricht dabei der einer italienischen Mahlzeit. In DIESPENSA findet man Grundrezepte für die Vorratskammer, wie Zitronenkonfitüre oder Tomaten-/Hackfleischsauce.
Jedes Rezept wird von einem persönlichen Text begleitet und fast jedes Gericht ist bebildert. Das Licht und die Stimmung versetzen einen direkt nach Italien.
Die Rezepte sind gut gemischt, es gibt vegetarische, aber natürlich auch Fisch und Fleisch. Wobei Fleisch auf Sardinien etwas Besonderes war und auch heute noch eher wenig gegessen wird.

KOSTPROBE?
Es geht schon lecker los mit dem ersten Aperitivo-Rezept: „Mit Pecorino und Honig überbackene Bruschetta“. Auch das Safranbrot mit Sultaninen sieht toll aus, sicher ein schönes Frühstück. Fans von Meeresfrüchten finden einige Pastagerichte mit Muscheln aller Art. Ich würde das „Risotto mit Artischocke und Guanciale“ und die „Bauern-Gnocchi“ mit Speck und Bohnen ausprobieren.
Auf Fleischliebhaber warten Spanferkel, Lammbraten oder sardische Lasagne.
Zum süßen Finale gäbe es „Mamma Marias Zitronentarte“ oder „Pardulas“, Ricotta-Käse-Küchlein mit Safran. Aber auch Kekse, Tiramisù oder Apfelkuchen stehen zur Auswahl.
Alles sieht so köstlich aus!

Mir gefällt das Buch richtig gut. Ich mag die Einstellung der Sarden, möglichst saisonal zu essen und das Beste aus den vorhandenen lokalen Zutaten zu machen. Absolut sympathisch finde ich aber den letzten Satz von Francescos Einleitung: „Beim Frühstück denken wir über das Mittagessen nach und zu Mittag über das Abendessen – wir freuen uns also immer auf die nächste Mahlzeit.“ Offenbar war ich in einem früheren Leben mal Sardin…

Für Italien- und Sardinienfans empfehle ich dieses Buch wärmstens. Da steckt ganz viel südliche Wärme und dolce vita zwischen den Seiten!
Viel Spaß beim Schmökern und Ausprobieren!
Eure Judith
Francesco Mattana: „Sardinien. Das Kochbuch“
DK Verlag
ISBN 978-3-8310-5353-7
Hardcover, 28 Euro






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