Vor Ostern war ich mit meiner besten Reisefreundin Petra unterwegs. Wir haben uns Bamberg angeschaut, von dem ich schon so viel Gutes gehört hatte. Bei instagram folge ich Reisefotografen, die tolle Aufnahmen des Alten Rauthauses gemacht hatten. Da wollte ich hin!

Gewohnt haben wir im Welcome Hotel Residenzschloss Bamberg, wo ich ein super Angebot gefunden hatte. Das große Gebäude direkt an der Regnitz liegt sehr ruhig, aber fußläufig zur Stadtmitte, hat eine Tiefgarage und war früher (17. Jh.) ein modernes Krankenhaus. Das Frühstück war sehr nett mit ausgiebigem Büffet und das Zimmer super ruhig. Nur verlaufen haben wir uns in den Fluren öfters ein bisschen, das alte Schloss plus Anbau hat unsere Orientierung etwas zerhagelt.
Von dort aus sind wir dann am Wasser entlang in die Stadt gelaufen, vorbei am „Klein Venedig“ Bambergs. Dort flog mir dekorativ eine Ente ins Bild – ein seltener Schnappschuss, würde ich sagen. Die Stadt wurde im Krieg nicht bombardiert und ist super erhalten. Viele alte Fassaden zieren die Straßen. Speziell und berühmt ist natürlich das Alte Rathaus. Beim ersten Besuch war Aprilwetter, aber manchmal kam die Sonne durch die dunklen Wolken. Kurz danach graupelte es, aber das Licht war klasse für Fotos!

Natürlich steht in Franken alles im Zeichen von Bier, und in Bamberg besonders, denn dort gibt es Rauchbier, eine hiesige Spezialität, die im „Schlenkerla“ hergestellt wird. In dieser urigen Gaststätte kann man auch leckere traditionelle Kost genießen. Die Portionen sind groß! Auf Nachfrage bekam ich eine kleine und war danach pappsatt… Die Bedienung war geübt, aber etwas raubeinig, ein richtiger fränkischer (?) Charakter, schätze ich. Stellt euch drauf ein, dass ihr mit anderen an einen Tisch „beordert“ werdet. Als Pfälzerin kannte ich das. Andere sind da vielleicht irritiert.

Einige Meter weiter gibt es das Café „Zuckerstück“. Innen ist es sehr bunt und voll, definitiv wird einem nicht langweilig, denn es gibt viel zu betrachten. Der Kaffee ist lecker und es gibt sogar portugiesische Kaffeespezialitäten wie Galao. Die Auswahl hausgemachter Kuchen ist riesig und alles sieht so toll aus! Auch belegte Brote und Quiche ist im Angebot.

Man bestellt an der Theke, bekommt aber alles gebracht. Definitiv eine super Adresse und deswegen immer sehr gut besucht. Wir waren gleich zwei Mal dort. Leider war es immer zu kalt, um draußen zu sitzen.

Ein weiteres bildhübsches Café war nicht arg weit entfernt. Das Café „Kät“ liegt in einem Eckgebäude mit großen Glasfronten. Die alten Möbel lassen es elegant und trotzdem gemütlich aussehen und die Kuchentheke ist ebenfalls großartig. Guter Kaffee und immer gut besucht. Wir hatten ein Auge auf einen Tisch mit altem Grammophon geworfen, der uns „fotogen“ aussah, weshalb wir direkt bei Öffnung vor der Tür standen – und wir waren nicht die einzigen. Die Begrüßung der Café-Dame fiel an diesem Morgen für uns aus, sie wirkte leider sehr gestresst. Ich hoffe, die Gäste werden an anderen Tagen freundlich und herzlich willkommen geheißen und verabschiedet. Fürs Ambiente lohnt sich ein Besuch aber auf jeden Fall und die Kuchen werden selbst gebacken und sahen alle zum Anbeißen aus.

Einmal haben wir abends bei einem Italiener gegessen, der ebenfalls ein schönes Ambiente und leckeres Essen hatte. Unweit der Brücke beim Alten Rathaus liegt Mama Lucia, wo es auch Mittagstisch gibt. Zu meinem großen Salat gab es sagenhaftes Pizzabrot dazu. Die Bedienung war freundlich und aufmerksam.
Ein Freund war ebenfalls vor kurzem in Bamberg und hatte eine geführte Stadttour gemacht. Da gibt es sowohl historische als auch kulinarische, die mich gereizt hätten, aber leider alle am Wochenende angeboten wurden. So etwas lohnt sich aber sicher auch.
Einen Tag haben wir uns Coburg angeschaut, das mit dem Auto 45 Minuten entfernt und ebenfalls wunderschön ist. Die Stadt ist sehr gepflegt und hat auch viel alte Substanz. Oberhalb gibt es die alte Veste, eine erhaltene Burg. Toll ist auch das Schloss Ehrenburg im neogotischen Stil mit riesigem, imposantem Treppenhaus. Es gibt auch einen Rosengarten (haben wir uns Anfang April gespart…) und geparkt haben wir für sagenhafte 4 Euro für 24 (!) Stunden auf dem Parkplatz „Anger“, einige hundert Meter vom Zentrum entfernt.
In Coburg kamen wir zufällig am Café „das Johann“ vorbei, einem goldigen Eck-Café, wo ihr Kaffee und Kuchen, aber auch Aperitivo genießen könnt.
Weitere Tipps für Bamberg:
Für alle, die keine Lust mehr auf Schweinsbraten und Bier haben: der Inder „Samrat & Spices“ ist wirklich gut (und deshalb auch gut besucht) und lohnt sich, wenn man gerne Indisch isst.
Bei schönem Wetter sitzt man fantastisch im Eiscafé „Bassanese“ direkt an der Brücke beim Alten Rathaus, wo man bei einem Spritz „sehen und gesehen werden“ spielen kann.
Bummelt mal durch die vielen kleinen Läden! Davon gibt es zahlreiche und sehr schöne. Und wenn ihr gerne ein Bier trinkt, könnt ihr das in den Lokalen bestellen und euch auf die Straße stellen. Die Franken sind da hartgesotten und standen selbst im kalten Aprilwetter draußen, vor allem in der Gasse beim Schlenkerla.
Fazit: Bamberg lohnt sich! 2 volle Tage sollte man sich Zeit nehmen, denn allein oberhalb der Stadt gibt es den Dom, ein Kloster, die Alte Hofhaltung etc. Ich hoffe, ihr habt Lust auf einen Kurztrip bekommen.
Lasst es euch gut gehen!
Eure Judith
* Die Foto mit mir sind von Petra. Wie immer ein großes DANKE für die tollen Erinnerungen! *






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