Heute gibt es farbenfrohes Lesefutter, sowohl von außen als auch innen. Mexiko – bei diesem Wort denken wir vermutlich alle an bunte Stoffe, Fiesta, Märkte und bunt gefüllte Tacos.
Dass mexikanische Küche mehr zu bieten hat als das, war wir oft nur als „Tex-Mex“ kennen, zeigt Luis Fernando Gonzales Cortes in seinem bei Callwey erschienenen, sehr persönlichen Buch.

Obwohl ich noch nie dort war, habe ich eine gewisse Verbindung zu Mexiko. In den 1970er Jahren reiste nämlich mein Pa mit Freunden dorthin. Es war eine Kakteen-Expedition, denn er ist seit seiner Jugend großer Fan und Sammler der stacheligen Gesellen.
Vor einigen Jahren wanderte dann noch eine Freundin nach Mexiko aus. Sie hatte bereits einen Teil ihrer Kindheit dort verbracht und spricht sogar den Dialekt.
Umso schöner fand ich es, dass ich das Buch Korrektur lesen durfte und eintauchen konnte, in die Küche und Kultur von Mexiko.
Der Autor wuchs zwischen zwei Welten auf: Mexiko und Deutschland. Mittlerweile lebt er schon lange hier, hat in München eine eigene Taqueria eröffnet und schreibt über seine Heimatküche: „Was mich an mexikanischer Küche bis heute umtreibt, […] ist ihre radikale Ehrlichkeit. […] Mexikanische Küche ist oft nicht spektakulär im oberflächlichen Sinne – mal braun, mal grau oder wenig instagramable. Aber sie ist ehrlich bis in die letzte Faser“.

Und ja: blättert man das Buch durch, sind viele Gerichte optisch kein großer Hit. Aber man sieht und spürt sofort, dass dieses Essen authentisch ist, dass es mit Liebe zubereitet wird, dass es Kulturgut ist und Gemeinschaft bedeutet. Und die Aromen werden die Optik sicher wettmachen.
Inhalt
Das Buch beginnt mit persönlichen Worten des Autors sowie einer Einführung in die mexikanische Küche. Da gibt es ein klassisches Glossar, eine Übersicht über Chilisorten (natürlich!), bis hin zu Must-have-Utensilien (z. B. eine Tortillapresse oder wie man sie ersetzen kann, oder einen Mörser).
Dann geht es los mit den Rezepten, gegliedert in 12 Teile, unter anderem „Salsas“, „Streetfood“, „Postres“, mit Einschüben zu Gegenden oder Orten.
Zum Schluss folgt Wissenswertes über das Land, beispielsweise „Nützliche Ausdrücke“, wie man sich als Gast verhält, Dinge, die man nicht verpassen sollte,…

Kostprobe?
Ich bin nicht sehr bewandert in mittel- und südamerikanischer Küche. Am liebsten würde ich mich einmal durchs Buch naschen, zum Beispiel die Chorizo verde probieren, die wirklich sehr grün aussieht. Die „Papas güeras con Salsa“ klingen auch toll (Drillingskartoffeln mit Crème fraîche-Buttermilch-Creme und eingelegten Radieschen), oder Tacos mit Rindfleisch. Das „Chilaquiles“ sieht auch lecker aus (Tortilla mit Käse, Creme, Eiern und Toppings).
Für Naschkatzen gäbe es Churros im Angebot oder auch eine „Pastel tres Leches“ (Kuchen mit dreierlei Milch).
Sogar Drinks gibt es am Ende des Buchs, sowohl ohne als mit Alkohol – immerhin sind wir im Land des Tequilas.

Ich habe durch das Buch viel gelernt, über Land, Leute und Küche. Und wenn ich mal irgendwo ein authentisches mexikanisches Lokal sehe, werde ich da auf jeden Fall mal essen gehen.
Auf jeden Fall werde ich bald mal wieder „Mexiko mi Amor“ aufschlagen und was daraus nachkochen!
Viel Freude beim Schmökern und Schlemmen!
Eure Judith

Übrigens: Solche Bücher könnt ihr manchmal auch direkt beim Verlag bestellen. Callwey hat zum Beispiel einen Onlineshop. So bleibt mehr Geld bei den Beteiligten und nicht bei den üblichen Zwischenhändlern/ Online-Riesen…






0 Kommentare