Vorletzte Woche war ich eine Freundin in Halle an der Saale besuchen. Wir kennen uns aus dem Studium in Heidelberg, aber da sie mit Mann und Kindern schön und bezahlbar wohnen wollte, verschlug es sie in den Ost
Sie schwärmte sehr von ihrer neuen Stadt und nach dem Besuch dort weiß ich auch, warum. Halle wurde im Krieg nicht zerstört und hat so viel alte, wunderschöne Substanz. Wir sind stundenlang durch die Stadt gelaufen und egal, wohin wir schauten, bwunderten wir herrliche Häuserfassaden.
Hübsche Cafés gibt es natürlich auch und wir haben ein paar davon besucht. Sehr schön genießen und auch draußen sitzen kann man zum Beispiel im Café Kuckhoff (tolles Frühstück und die Kuchen sahen fantastisch aus!) oder im Kaffeehaus Wittekind mit leckerer Küche und ebenfalls feinen Kuchen. Auch die Innengestaltung ist bei beiden sehr hübsch.
Für die heutige Zeit sehr günstigen Kaffee gibt es unweit des Marktplatzes im „She“. Man bestellt an der Theke zum Mitnehmen oder setzt sich draußen eine Weile auf Stuhlreihen oder Bänke, die alle auf den Platz gerichtet sind und wo man sich sonnen kann. Der Kaffee war nichts besonderes, aber ein stabiler Cappuccino mit Latte Art – für den Preis voll ok.
Sehr lecker war auch eine herzhafte Waffel im „Bewaffel dich“, einem süßen Waffelcafé etwas abseits der großen Pfade. Die Karte ist vielfältig und die Entscheidung fiel uns schwer.
Was ich nicht wusste: in Halle war damals Luther unterwegs, er hielt in der Marktkirche 2 Predigten und seine Totenmaske wird dort aufbewahrt. Wir durften sogar das Original bewundern. Das Altargemälde stammt aus der Schule von Cranach.
Außerdem ist das Landgericht einen Abstecher wert. Nicht nur die Fassade ist sehenswert, sondern auch das Treppenhaus innen!

Natürlich kochten wir auch in Genias Küche, die mit der übrigen Wohnung wirklich einen Platz in „Schöner Wohnen“ verdient hätte. Da Genia aus Sankt Petersburg stammt, gab es morgens einmal Buchweizenwaffeln und typische russische Quarkpfannkuchen.
Die kannte ich so noch gar nicht. In Halle gibt es russische oder polnische Leckereien auch in vielen Cafés oder Lokalen auf der Karte, bei uns ist das eher unbekannt. Unsere Syrniki waren mit Hafer- und Kokosmehl gemacht und nicht mit dem originalen russischen Quark Twarog – den es aber immerhin im Osten zu kaufen gibt, im Gegensatz zum Südwesten, wo ich den vergeblich suchte. Er ist trockener und krümeliger als unser deutscher Quark. Auch der Teig der Syrniki ist recht fest, ich habe sogar Rezepte gesehen, wo man mit sie mit der Hand formt.
Ich habe dann meine Version mit Buchweizenmehl gemacht. Das fand ich passend, denn Buchweizen wir in Russland ja gerne verwendet und so sind die Quarkies glutenfrei.
Aber: diese Quarkpfannkuchen sind nicht original russisch, dazu sind die Mengenverhältnisse und Zutaten nicht authentisch genug.
Im Original wird weniger Mehl verwendet, da der Quark trockener ist. Man kann ihn sicher auch abhängen, das habe ich jetzt nicht gemacht. In einer zweiten Version hatte ich halb Quark, halb feinen Hüttenkäse für mehr Krümeligkeit genommen, das war auch nicht schlecht.
Lecker sind sie trotzdem und für uns mit deutschen Zutaten super einfach zu machen. Außerdem bekommt man so gleich zum Frühstück eine ordentliche Portion Protein.
Dazu hatten wir Apfel-Birnen-Mus und Joghurt, aber auch eine Beerensauce passt super oder zum Beispiel je nach Saison ein Rhabarber- oder Zwetschgenkompott, frische Erdbeeren (oder andere Beeren) oder eine nicht zu süße Konfitüre.
Wer mag, gibt auch einfach im Pancake-Stil Ahornsirup oder Honig drüber.

Rezept:
Für 2 Personen:
250 g Quark
1 Ei
100 g Buchweizenmehl
1 gestr. TL Backpulver
Öl oder Butter oder Butterschmalz zum Backen
Alle Zutaten für den Teig in einer Schüssel zu einem festen, glatten Teig verrühren.
Eine Pfanne (beschichtet oder aus Stahl oder Gusseisen) erhitzen, ein wenig Fett hineingeben und dann mit einem Esslöffel möglichst runde und hohe Pfannkuchen hineinsetzen. Bei mittlerer bis schwacher Hitze auf jeder Seite einige Minuten braten, bis sie goldbraun und durchgegart sind.
Dazu Kompott, Saucen oder Früchte/Beeren und nach Belieben etwas Süßendes servieren.
Ich hoffe, ihr habt Appetit bekommen und probiert Syrniki mal aus! Vielleicht bekommt ihr sogar russischen Quark (Twarog), je nachdem, wo ihr wohnt.
Habt eine genussvolle Zeit und macht es euch schön!
Eure Judith






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