Apfelcrumble – vegan & glutenfrei & mit Dattelzucker


Die dunkle Jahreszeit ist ja auch die Zeit, in der man sich zurückzieht, ausmistet und aufräumt, Altes loslässt und das Jahr aufarbeitet.

Dieses Jahr tue ich das nicht nur ganz praktisch durchs Ausmisten oder Rückschau auf das Jahr, sondern auch physisch. Ich versuche, den Körper vor Weihnachten noch mal ein bisschen zu reinigen und zu entgiften und verzichte deshalb größtenteils auf Gluten, Tierisches und (weißen) Zucker. Da Naschkater sowieso gerade recht strenges Zuckerfasten macht, passt das ganz gut, weil wir uns dann nicht gegenseitig in Versuchung führen.

Ab und zu kommt aber doch das Verlangen nach einem Nachtisch und da Kater auf Crumble steht, hat er neulich so lange rumgemaunzt, bis ich eine vegane und glutenfreie Variante mit Dattelzucker ausgetestet habe. Es war ein Experiment, aber wir fanden es beide sehr geglückt.

Natürlich werden die Streusel nicht ganz so knackig-knusprig wie mit glutenhaltigem Mehl, aber vielleicht kann man die letzten paar Minuten im Ofen auch nochmal den Grill mit anmachen oder die Oberhitze. Da muss man dann aber ein Auge drauf werfen, damit nichts verbrennt.

Klar – Datteln sind auch Zucker. Aber immerhin deutlich gesünder als weißer Kristallzucker. Und da ich beim Backen eh den Zucker so reduziert wie möglich einsetze (natürlich soll es süß sein, aber mehr als nötig braucht es nicht), ist so eine Nascherei schon mal um Welten besser als gekaufte Süßigkeiten oder auch Kuchen nach klassischem Rezept mit Weizenmehl und weißem Zucker. Naschen soll Spaß machen, darf aber trotzdem so gesund wie möglich sein. :)

Für 4 Portionen:
3 Äpfel, gewürfelt
130 g vegane Butter oder Margarine
75 g Dattelzucker
200 g glutenfreie Mehlmischung
1 TL Zimt
1 Prise gemahlener Ingwer

Die Äpfel in eine (oder zwei) Auflaufform(en) geben, sodass der Boden gleichmäßig und nicht zu hoch bedeckt ist. Den Ofen auf 180 °C Umluft vorheizen.

Die Butter/Margarine zerlassen (ich nehme eine Metall-Backschüssel, die ich kurz auf die kleinste Herdstufe stelle), den Zucker einrühren, damit er sich auflösen kann.

Dann die übrigen Zutaten dazuwiegen und kurz zu einem glatten Streuselteig verkneten.

Am besten mit den Händen über die Äpfel krümeln, sodass der Teig gleichmäßig verteilt ist.

Den Crumble ca. 25 Minuten backen, bis die Äpfel weich und die Streusel knusprig sind. Nach Belieben am Schluss kurz den Grill anmachen und die Streusel richtig knusprig rösten – aber unter Aufsicht, damit sie nicht verbrennen!

Wer mag, kann natürlich auch eine weihnachtlichere Version daraus machen und die Streusel mit Spekulatiusgewürz verfeinern, oder einer eigenen Mischung aus weihnachtlichen Gewürzen.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Naschen und einen schönen Start der Adventszeit!

Eure Judith




Ofen-Feto auf Tomaten-Zwiebel-Bett mit Winterportulak & Chicorée-Salat mit Apfel und Winterportulak


Neulich gab es auf der Farm Winterportulak. Bisher kannte ich den in dieser Größe nicht. Früher gab es bei uns in der Pfalz öfter mal Postelein – anderer Name, gleiches Kraut – der aber immer deutlich kleiner war als Billys Version.

Man kann den Portulak einfach unter anderen Salat mischen, aber ich fand ihn so hübsch, dass ich ihm ein bisschen mehr Raum geben wollte. Also wurde er über ein warmes Ofengericht gegeben und durfte außerdem einen Salat zieren.

Beide Gerichte sind so einfach und unkompliziert, dass ich sie heute mal in einen Beitrag zusammenfasse. Mit Feto habe ich ja in letzter Zeit öfter mal gekocht. Er ist eine etwas cremigere und vor allem fermentierte Version des Tofus, mit einem milden Geschmack, aber nicht so fad wie Naturtofu.

Hier habe ich ihn wie Feta gitterförmig eingeschnitten und im Ofen gebraten. Mit Knobiöl und fruchtigem Tomaten-Zwiebel-Bett eine tolle Proteinmahlzeit.

Den Salat könnt ihr zubereiten, wenn der Feto im Ofen ist. Schabzigerklee gibt mein Pa gerne an Krautsalat und ich mag den Geschmack sehr gerne. Allerdings ist er intensiv, also lieber erstmal weniger nehmen und messerspitzenweise nachwürzen. Ich finde, er verleiht Salaten ein gewisses Etwas.

Für 2 Portionen:
OFEN-FETO
1 Feto (z. B. von Taifun)
3 EL Olivenöl
2–3 Knoblauchzehen
6 getrocknete Tomaten, gehackt
½ Dose gehackte Tomaten oder 200 g Passata
2 frische Tomaten
1 große rote Zwiebel
Salz, Pfeffer
1 Handvoll Portulak
Sesam, geröstet

SALAT
2 große oder 3 kleine Chicorées
1 große Karotte, gestiftelt oder grob geraspelt
1 Apfel, fein gewürfelt
4 EL Joghurt (oder Sojagurt)
1 EL Apfelessig
1 EL Condimento bianco
2 EL Olivenöl
¼ TL Schabzigerklee
Kräutersalz, Pfeffer
2 Handvoll Winterportulak

Für das Ofengericht den Feto gitterförmig ein- aber nicht durchschneiden. 
In eine Auflaufform legen, das Öl mit dem gepressten Knoblauch verrühren und mit einem Löffelchen oder Silikonpinsel in das Gitter streichen, sodass der Feto überall Geschmack bekommt. Je 1 Prise Salz und Pfeffer darübergeben.
Die Tomatenwürfel oder die Passata um den Feto verteilen, die frischen Tomaten und die Zwiebel in Spalten schneiden und darübergeben.
Im Ofen bei 170 °C so lange backen (nach ca. 10 Minuten noch die getrockneten Tomaten auf dem Feto verteilen, sie verbrennen sonst vielleicht), bis die Tomaten und Zwiebeln gar sind, ca. 20 Minuten dürfte das dauern. Zum Schluss mit Sesam bestreuen und den Winterportulak darauf verteilen.

In der Zwischenzeit den Chicorée waschen, 6 oder 10 äußere Blätter beiseitelegen (siehe Foto, für die Deko) und den Rest in feine Streifen schneiden. In einer Schüssel mit Karotte, Apfel und den Zutaten fürs Dressing mischen.
Den angemachten Salat auf 2 flache Schalen verteilen.
Den Portulak über den angerichteten Salat geben, oder etwas verspielter einige Blätter bündeln und die Stiele locker verknoten. Diese Bündel dann zwischen die ganzen Chicorée-Blätter legen. Übriges Dressing aus der Schüssel darüber verteilen.
Falls vorhanden, kann man noch etwas gerösteten Sesam über den Salat streuen – eine Prise Knusper schadet ja nie.

Zu beiden Gerichten passt ein gutes Brot – eine Focaccia, Baguette, was immer ihr mögt.

Lasst es euch schmecken und habt eine genussvolle Zeit!
Eure Judith




Reise-Nascherei: Italienische Aniskekse – Biscotti morbidi all´anice


Wer meine Reiseberichte gelesen hat weiß, dass ich diesen September zwei Mal in der Toskana war. Beim zweiten Mal, auf der Rückreise, hatten wir bei einem Agriturismo gebucht, einem landwirtschaftlichen Betrieb mit Gästezimmern.

Dort wurden Wein, Olivenöl und Getreide produziert und allerlei eigene Produkte verkauft. Ich nahm Olivenöl und Mitbringsel mit, darunter Aniskekse mit Olivenöl und aus eigenem Mehl.

Die waren so lecker, dass ich sie nachbacken wollte. Die Zutaten standen ja auf der Packung, also suchte ich als Anhaltspunkt ein Rezept im Internet und wurde tatsächlich bei einem italienischen Blog fündig.

Der Teig ist wirklich schnell zusammengerührt! Netterweise sind die Kekse sogar vegan, denn sie kommen ohne Butter und Eier aus. Beim Verarbeiten ist der Teig etwas ölig, aber nach dem Backen sind die Kekse überhaupt nicht fettig, sondern herrlich knusprig, sobald sie abgekühlt sind!

In meinen toskanischen Keksen war Wein statt Wasser, aber den kann man ersetzen. Ich hatte gerade keinen offen, also habe ich Wasser mit etwas Pastis genommen, der ja auch Anis enthält. Beim Anis habe ich gemixt: ich habe Anissamen grob gemörsert, aber auch 2 Sternanis mit Zucker gemörsert (eine Gewürzmühle erleichtert das natürlich, falls ihr eine habt) und den Zucker dann gesiebt. Die Originale enthalten sogar nur Sternanis.

Für 30–35 Stück:
275 g Mehl
1 Prise Salz
8 g Backpulver
10 g Anissamen
2 Steranis, gemahlen
90 g Zucker
100 g Olivenöl
100 g Wein/Wasser
(oder 80 Wasser/20 Pastis)
1 Schälchen mit etwas Zucker zum Wälzen

Die trockenen Zutaten samt Gewürze vermengen.
Öl und Flüssigkeit dazu wiegen und zuerst mit einem Löffel, dann mit den Händen verkneten, bis ein glatter Teig entsteht.
Zwei Bleche mit Backpapier belegen und bereitstellen. Das Schälchen mit Zucker auf die Arbeitsfläche stellen.
Den Teig in gleichmäßige, fingerdicke Stränge formen und in ca. 10–12 cm lange Stücke schneiden. Oder den Teig zu einem schlanken Brotlaib formen und gleichmäßige Scheiben abschneiden. Diese dann zu Strängen rollen.
Die Stücke zu einer Schlaufe formen, im Zucker wälzen und mit etwas Abstand auf die Bleche legen.
Im vorgeheizten Ofen bei 180 °C Umluft 15–20 Minuten backen, bis sie leicht goldbraun sind.
Abkühlen lassen und in einer Keksdose aufbewahren.

Die Kekse schmecken wunderbar zu einer Tasse wärmendem Tee an windig-regnerischen Herbsttagen, aber auch in die Weihnachtszeit passen sie super.

Viel Freude beim Nachbacken und Vernaschen!

Eure Judith




Walnuss-Schoko-Kuchen – ein Rezept aus Italien


Vor zwei Jahren hatte ich die Torta bianca al cioccolato gepostet, ein super einfacher Rührkuchen, dessen Rezept ich vor Jahrzehnten mal von einer Rundreise aus Italien mitgebracht hatte. Damals hatte ich von der Betreiberin unseres Bed & Breakfasts zwei Rezepte erhalten. Das zweite war für einen Walnusskuchen.

Als ich aus Italien in den Herbst zurückkehrte, kam mir der zweite Zettel in den Sinn. Jetzt, wo die Walnüsse von den Bäumen fallen, ist doch die perfekte Zeit, auch diesen Kuchen mal nachzubacken!

Ich habe erstmal die Hälfte des Teigs gemacht, da ich 400 g Walnüsse sehr viel fand – und so viel einfach nicht da hatte. Auch die Hälfte ergibt einen kleinen Guglhupf oder füllt eine kleinere Springform.

Da ich immer eine Nussmischung dahabe, hatte ich die Nüsse in der Pfanne leicht geröstet und dann selbst gemahlen. Die erste Ladung wurde zum Teil etwas grob (man sieht Stückchen auf dem Foto), aber das tut dem Geschmack ja keinen Abbruch und manche mögen das vielleicht sogar. Ihr könnt natürlich auch gekaufte gemahlene Nüsse nehmen.

Ich habe noch etwas Kakao ergänzt, weil ich den Kuchen schokoladiger haben wollte. Da empfiehlt es sich, noch einen Schuss Milch oder auch nur Wasser an den Teig zu geben, damit er nicht trocken ist. Schaut beim Zusammenrühren mal, was euer Bauchgefühl sagt.

Für 1 kleineren Kuchen:
200 g Walnüsse, gerieben
200 g Mehl
1 TL Backpulver
2 EL Kakaopulver
80 g Zartbitterschokolade, gehackt
80 g Butter
2 Eier *
200 g Zucker

* bei der doppelten Menge des Originalrezepts standen 3 Eier

Walnüsse, Mehl, Backpulver und Kakao mischen.

Schokolade und Butter im Wasserbad zerlassen.

In der Zwischenzeit die Eier trennen, das Eiweiß zu Schnee schlagen.

Dann das Eigelb mit dem Zucker schaumig rühren, mit der Buttermischung verrühren und dann die trockenen Zutaten untermischen. Sollte der Teig etwas trocken sein, einige Esslöffel Milch oder Wasser zufügen. Wenn der Teig glatt und homogen ist, den Eischnee unterheben.

In eine gefettete Form geben und im vorgeheizten Ofen bei 180 °C ca. 25 Minuten backen.

Je nach Backform und Menge variiert die Backzeit – am besten nach 25 Minuten die Stäbchenprobe machen und je nach dem die Zeit verlängern. (Im Originalrezept steht für die doppelte Menge 40 Minuten Backzeit.)

Den Kuchen nach Belieben mit Kuvertüre überziehen, oder auch nur mit Puderzucker bestreuen (oder wie ich mit Puderzucker-Kakao-Mix).

Viel Spaß beim Nachbacken und Vernaschen!

Habt eine genussvolle Herbstzeit!

Eure Judith




Kleines Seelenfutter für kalte (Sommer-)Tage: Kekse mit kandiertem Ingwer


Dieser Sommer fühlt sich für mich oft nicht wie einer an. Geht es euch auch so? Der Juli war so kühl und verregnet, dass ich sogar zuhause mit langen Hosen und Pulli herum lief und der August machte das nicht unbedingt wieder wett, auch wenn immer wieder schöne, sonnige Tage dabei waren. Ein bisschen verhalten und aprillig, dieser Sommer 2025.

Natürlich machen wir trotzdem das Beste daraus und genießen jeden Sonnenstrahl und blauen Himmel umso mehr. Aber an den kühlen, grau-regnerischen Tagen kam hin und wieder ein Hauch Herbst-Blues auf bei mir. Zeit, mal wieder den Ofen anzuwerfen und Seelentröster zu backen.

Diesmal habe ich die Schoko-Tahin-Kekse abgewandelt, die ich mal gebacken habe. Ursprünglich stammt das Rezept aus dem Buch „Weeklight“ von Donna Hay. Diesmal habe ich einen Teil Vollkornmehl durch Kleie ersetzt – einfach, weil nicht genug Dinkel da war und die Kleie mal weg musste. Die Kekse sind also vollgepackt mit extra Ballaststoffen. Wer mag, gibt noch ½ TL gemahlenen Ingwer in den Teig, für die doppelte Dröhnung Ingwer. Aber auch so schmecken die Kekse herrlich nach Ingwer – einem meiner Lieblingsgewürze, das immer geht. Direkt nach dem Backen sind die Kekse außen leicht knusprig, innen schön weich. Ab dem nächsten Tag sind sie eher nur weich, aber die Ingwer-Aromen sind besser durchgezogen, je länger die Kekse lagern. Was bei uns nicht allzu lange ist…

Für ca. 40 Kekse:
280 g weißes Mandelmus
130 g Kokosblütenzucker
30 g Ahornsirup
1 Leinsamen-Ei*
180 g Dinkelvollkornmehl
(am besten frisch gemahlen)
100 g Dinkelkleie
½ TL Backpulver
½ TL Natron
100 g kandierter Ingwer**, gehackt

* (1 EL Leinsamen + 3 EL Wasser, 5–10 Min eingeweicht und dann püriert)
** am besten außen trocken bzw. gezuckert, dann lässt er sich gut hacken

Den Ofen auf 160 °C Umluft vorheizen und zwei Bleche mit Backpapier belegen und bereitstellen.

Das Mandelmus mit dem Zucker, dem Ahornsirup und dem LS-Ei in einer großen Schüssel verrühren.

Mehl, Backpulver und Natron in eine Schüssel wiegen, gut mischen und dann mit dem gehackten Ingwer zur feuchten Mischung geben und alles verrühren.

Mit leicht angefeuchteten Händen jeweils ½ gehäuften EL zu Kugeln formen und mit etwas Abstand aufs Blech drücken.

Ca. 15 Minuten backen.

Auf dem Blech etwas abkühlen lassen, dann auf ein Gitter legen und nach dem Abkühlen in einer Keksedose verstauen.

Viel Freude beim Nachbacken und Vernaschen!

Macht es euch schön und genießt den Sommer!

Eure Judith